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Biochemie & Pathophysiologie Vererbung u. HAE Typen Erworbener C1-Mangel Klinik des HAE
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Leitlinien zum Thema      

Erworbener C1-Mangel

Neben dem erblichen C1-INH-Mangel existiert auch eine erworbene Form, das AAE (acquired Angioedema), welches sehr viel seltener als das HAE auftritt.
Ursache ist meist ein im Vergleich zu Normalpersonen deutlich erhöhter Katabolismus des C1-INH durch erhöhte Aktivierung der C1-Esterase bei normaler Syntheserate. Laborchemisch ist beim AAE ein leicht erniedrigter C1-Esterase-Spiegel im Serum charakteristisch, welcher beim HAE stets normal ist. Manifestationsalter Mit Ausnahme der fehlenden Erblichkeit und einem Manifestationsalter von in der Regel über 40 Jahren unterscheidet sich das klinische Bild kaum vom HAE.

Grunderkrankung
Es werden zwei Typen unterschieden: Beim häufigeren Typ 1 des AAE tritt der erworbene C1-INH-Mangel zusammen mit einer Grunderkrankung auf. In der Mehrzahl der Fälle sind dies lymphoproliferative Erkrankungen, wobei B-Zell-Abnormitäten im Vordergrund stehen: Myelome, monoklonale Paraproteinämie mit Kryoglobulinämie, chronisch-lymphatische Leukämie, Immunozytom und B-Zell-Lymphome. Aber auch andere Erkrankungen wie systemischer Lupus Erythematodes, Karzinome, Kälteurtikaria und Infektionen mit Echinococcus granulosus können assoziiert sein.

Beim Typ 2 des AAE handelt es sich um ein erworbenes Angioödem ohne assoziierte Grunderkrankung. Bei diesem Typ konnten in einigen Fällen Auto-Antikörper gegen das C1-INH-Molekül nachgewiesen werden, welche C1-INH inaktivieren.

Therapie
Die Therapie richtet sich beim Typ 1 nach der begleitenden Grunderkrankung. Eine begleitende symptomatische Intervalltherapie kann nach denselben Prinzipien wie beim HAE erfolgen, wobei zur Anhebung der funktionellen C1-INH-Spiegel durch attenuierte Androgene häufig höhere Dosen erforderlich sind.

Langzeitsubstitutionstherapien mit C1-INH-Konzentrat hat sich bei mehreren Patienten mit AAE als erfolgreich herausgestellt. Dagegen kann bei Patienten mit Typ 2 des AAE eine C1-INH-Substitution wegen rascher Inaktivierung des exogenen C1-INH durch die Auto-Antikörper erfolglos bleiben.

Der Bradykinin-B2-Antagonist Icatibant und der Plasmakallikrein-Inhibitor Ecallantide (letzterer in Europa nicht verfügbr) haben bei einer kleinen Zahl von Patienten zu einer deutlichen Besserung geführt. Generelle Empfehlungen können aber derzeit für keine der Präparategruppen abgegeben werden.