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Therapiemöglichkeiten

Eine Langzeittherapie mit Danazol ist nicht unproblematisch; bei Erwachsenen sollte die Verwendung abhängig von der Lebenssituation, dem Geschlecht und dem Alter der Patienten sorgfältig erwogen werden. Eine Dauerprophylaxe ist vertretbar bei Männern, wenn keine Kontraindikationen und Gegenanzeigen bestehen und wenn eine entsprechende konsequente Überwachung (siehe unter Monitoring) gesichert ist.

Schwangerschaft
Auf Grund der beschriebenen Nebenwirkungen, ist der Einsatz bei jungen Frauen im gebärfähigen Alter auch weiterhin als gravierend anzusehen. Der Einsatz von Androgenen in der Schwangerschaft ist kontraindiziert. Der Einsatz von Androgenen bei Kindern ist ähnlich problematisch und nur vertretbar, wenn mit sehr niedrigen Dosen ein Erfolg erzielt werden kann. Eine effiziente und gut verträgliche Alternative ist die Gabe des sogenannten C1-Esterase-Inhibitor-Konzentrats. Dabei wird das fehlende Protein C1-Esterase-Inhibitor per intravenöser Injektion oder Infusion verabreicht, um im Blutplasma der Patienten normale Spiegel zu erreichen. C1-Esterase-Inhibitor ist gut verträglich. Daher ist die Behandlungsform, die bei der Kurzzeitprophylaxe und der Akutbehandlung ohnehin die Therapie der Wahl darstellt, auch für die Langzeitprophylaxe von HAE-Patienten interessant, die besonders unter den Nebenwirkungen der Hormontherapie mit Androgen-Derivaten leiden.
Jeder Patient muss individuell auf die Substitutionstherapie mit C1-INH-Konzentrat eingestellt werden.

Dokumentation der Therapie
Zur Dokumentation des Therapieerfolgs ist es wichtig, die Art, Dauer und Menge der applizierten Medikamente sowie gleichzeitig die Häufigkeit, Lokalisation und Dauer der Schwellungen zu dokumentieren.

Schwellungskalender
Hierzu eignet sich der Schwellungskalender
, der an alle Patienten ausgegeben werden sollte. Anhand dieser Information kann der behandelnde Arzt den Erfolg der Behandlung besser nachvollziehen und gegebenenfalls Dosiskorrekturen vornehmen.

Notfallausweis und HAE Ärztenetz
Außerdem sollten Betroffene immer und überall einen mehrsprachigen Notfallausweis
mit Notfall-Therapieempfehlungen mit sich tragen. Für Arzt und Patient ist es wichtig und mitunter lebensentscheidend, zu wissen, dass eine akute HAE-Attacke nicht auf die Standardtherapie für Angioödeme, die in der Gabe von Adrenalin, Antihistaminika und Corticoiden besteht, anspricht. Die vorgestellten Therapiemöglichkeiten stellen Empfehlungen des HAE-Ärztenetz in Österreich dar. Im Einzelfall entscheidet der behandelnde Arzt gemeinsam mit dem/r Patient/in über die Therapie der Wahl.
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